Indexfonds als renditestarke Alters­vorsorge

 

Kapitalbildende und fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen sind aufgrund hoher Kosten und geringer Renditen nicht die beste Lösung zur Erzielung einer angemessenen Alters­vorsorge. Aufgrund der Entwicklung des Garantiezins von 4% im Jahr 2000 auf aktuell 1,75% und ab 2015 auf nur 1,25% lautet die sinnvolle Alternative: Investieren in kostengünstige Indexfonds.

In Indexfonds kann über Bank-Sparplan bzw. -Direktanlage und über Alters­vorsorgeprodukte investiert werden. Aufgrund der günstigeren Besteuerung lohnen sich Indexfonds-Alters­vorsorgeprodukte bei langfristiger Vertragslaufzeit und die Vertragskosten werden durch die steuerlichen Vorteile kompensiert.Die meisten Anleger entscheiden sich für das Investieren in Indexfonds über Fondspolicen. Der Vorteil liegt in der großen Flexibilität sowohl beim Ansparen als auch in der Entnahmephase. Im Gegensatz dazu verpflichtet die Indexfonds-Basisrente zur späteren Verrentung ohne Möglichkeit von Kapitalauszahlungen. Bei der Riesterrente sowie der betrieblichen Alters­vorsorge verhindern gesetzliche Regelungen das vollständige Investieren des Sparbetrages in Indexfonds, sondern erfordern, dass der Großteil des Sparbetrages in niedrig verzinste Garantieanlagen fließt.

Beim Investieren in Indexfonds über Fondspolicen findet bei Kapitalauszahlungen ab dem 62. Lebensjahr das steuerlich vorteilhafte Halbeinkünfteverfahren bzw. bei Verrentung die Ertragsanteilbesteuerung statt. Grundsätzlich fallen bei Fondswechsel keine Abgeltungssteuern auf die Erträge an. Bei Indexfonds-Bankanlagen bzw. Sparplänen hingegen werden bei jedem Fondswechsel und jeder Kapitalauszahlung Abgeltungssteuern auf die Erträge fällig.

Indexfondspolicen

Ein wesentlicher Aspekt bei der Bewertung von Kapitalanlagen und Versicherungslösungen ist die Kostengestaltung und die Flexibilität der Produkte. Gerade bei Fondspolicen sind die Kosten häufig intransparent. Während die Versicherungskosten anhand der Entwicklung des Rückkaufwertes sichtbar sind, bleiben die in den Fonds enthaltenen Gebühren häufig verborgen. Die RiY (Reduction in Yield) des Instituts für Transparenz in der Alters­vorsorge zeigt die Renditeeinbuße durch versicherungs- und fondsbezogene Kosten auf und ist somit eine geeignete Kennzahl für den Kostenvergleich verschiedener Produkte. Nachfolgend die Beschreibung der interessantesten Indexfondspolicen.
Bei der Anzahl der Anlagemöglichkeiten ist der Honorartarif myIndex mit 7 Anlageklassenfonds, 96 ETFs und 3 ETF-Weltportfolio-Strategien sowie 52 gemanagte Fonds absolut führend. MyIndex kann als Basis-Rente (Rürup), betriebliche Alters­vorsorge (Direktversicherung) und Privatrente gewählt werden. Die Vertragskosten setzen sich zusammen aus Verwaltungskosten (2% des laufenden Beitrages), Anlagekosten (0,3% des Fondsguthaben jährlich) und Stückkosten von 2€ monatlich. Die RIY des Versicherungsvertrages beträgt z.B. bei einem Sparplan mit 200€ und 6% Rendite 0,5%. Hinzu kommen die ETF-Kosten von z.B. 0,2%, d.h. die RIY des Gesamtvertrages beträgt ab 0,70% jährlich.
Unter Kostenaspekten bietet Condor den interessantesten Tarif bei der Wahl von ETFs und Anlageklassen-Indexfonds. Die Condor-Police kann zusätzlich zur Basis-Rente, betriebliche Alters­vorsorge und Privatrente auch als Riesterrente abgeschlossen werden. Von den derzeit 130 Fonds sind zwar nur 10 Anlageklassenfonds und 10 ETFs enthalten, diese sollten für ein gut diversifiziertes Portfolio jedoch absolut ausreichen. Die Vertragskosten setzen sich zusammen aus Verwaltungskosten (4,5% der laufenden Beiträge), Anlagekosten (0,005% des Fondsguthaben monatlich) und Stückkosten von 2,50 € monatlich.
Das Besondere an dem Condor-Tarif ist die gleichmäßige Verteilung der „Kickbacks“ auf alle Fonds. Während gemanagte Fonds einen Teil der Fondsmanagementkosten als „Kickback“ (Bestandsprovision) an den Vertrieb ausschütten, existiert bei ETFs und Anlageklassenfonds kein aktives Fondsmanagement und somit auch keine Fondsmanagementkosten. Im Condor-Tarif werden die Bestandsprovisionen der gemanagten Fonds auf sämtliche Kundenverträge verteilt. D.h. Condor bildet einen Mittelwert der Kickbacks, derzeit 0,24%, und schreibt diesen den Kundenverträgen gut, unabhängig von der Fondswahl. Bei einem Sparplan mit 200€ und 6% Rendite beträgt die RiY (Reduction in Yield) 0,34%  Nach Zufluss des Kickbacks von 0,24% liegt die tatsächliche RiY bei 0,10%. Hinzu kommen die ETF-Kosten von z.B. 0,2%, d.h. die RiY des Gesamtvertrages beträgt ab 0,3% jährlich.
Beispiel: Bei einem Sparbeitrag von 200€ monatlich in Anlageklassenfonds und ETFs von einer jährlichen Rendite von 6% beträgt der Wert 200.900€. Die ETF-/Anlageklassenfonds sind für beide Tarife gleich und können unberücksichtigt bleiben.
a) Interrisk RiY von 0,5%, bedeutet eine Kundenrendite 5,5% und somit eine Auszahlung von 182.722€ vor Steuer.
b) Condor RiY von 0,1% bedeutet eine Kundenrendite von 5,9% und somit eine Auszahlung von 197.103€ vor Steuer.
Diese Beispielrechnung ist nur bei ausschließlicher Wahl von ETFs und Anlageklassenfonds gültig. Bei der Wahl von gemanagten Fonds (deren Fondskosten meist höher als 2% sind anstelle der 0,2% des o.g. Beispiel-ETFs) fließt der Kickback von durchschnittlich 0,4% direkt dem jeweiligen Fonds zu. In diesem Fall verschiebt sich der Kostenvorteil zugunsten der Interrisk.

FAZIT: Die interressantesten Indexfonds-Policen bieten derzeit myIndex und Condor. Anleger die Wert auf eine geringe Kostenbelastung legen sollten Condor bevorzugen. Für Anleger die eine maximale Anzahl an ETFs als Hauptkriterium sehen gibt es keine Alternative zur myIndex.

 

Aktualisierung: Aufgrund der großen Nachfrage nach Indexfonds und ETFs, werden diese zunehmend von den Versicherungsgesellschaften ins Fondsportfolio aufgenommen. Neben den bereits empfohlenen Indexfondspolicen von Condor und Interrisk sind auch ARAG Forte 3D und die Alte Leipziger empfehlenswert. Die Empfehlung lautet:

Condor für Anleger die definitiv auf aktiv verwaltete Investmentfonds verzichten.

Interrisk und ARAG für Anleger die Wert auf geringe Kosten & breite Auswahl an ETFs legen. Vorsicht: Niedriger Rentenfaktor!

Alte Leipziger: Geringe Kosten & breite Auswahl an ETFs. Finanzstärkste Versicherer. Hoher Rentenfaktor.

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  • Michael Mülbaier
    Diplom-Betriebswirt
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